Richard Whittall:

“The Turbulent World of Middle East Soccer has helped me immensely with great information and perspective.”


Bob Bradley, former US and Egyptian national coach

"James Dorsey’s The Turbulent World of Middle Eastern Soccer (has) become a reference point for those seeking the latest information as well as looking at the broader picture."
Alon Raab in The International Journal of the History of Sport

“Dorsey’s blog is a goldmine of information.”

Play the Game

"Your expertise is clearly superior when it comes to Middle Eastern soccer."
Andrew Das, The New York Times soccer blog Goal

"Dorsey statement (on Egypt) proved prophetic."
David Zirin, Sports Illustrated

"Essential Reading"
Change FIFA

"A fantastic new blog'
Richard Whitall of A More Splendid Life

"James combines his intimate knowledge of the region with a great passion for soccer"
Christopher Ahl, Play the Game

"An excellent Middle East Football blog"
James Corbett, Inside World Football


Saturday, February 4, 2012

Ultras haben nach Einschätzung von Experte Mubarak gestürzt - «Diese Leute sind furchtlos»


(dapd - Interview) Ultras haben nach Einschätzung von Experte Mubarak gestürzt - «Diese Leute sind furchtlos» -- Von Johannes Ehrmann --.
483 words
3 February 2012
dapd Basisdienst
ADN
German
(c) 2012 dapd.
Berlin/Singapur (dapd). Der Nahost-Fußballexperte James M. Dorsey sieht die blutigen Ausschreitungen im Fußballstadion von Port Said als Fortsetzung des Machtkampfs um die Neugestaltung Ägyptens. «Was sich in Port Said abgespielt hat, war politisch», sagte Dorsey der Nachrichtenagentur dapd. «Fußball in Ägypten ist per definitionem politisch. Eine Polizeimacht, die nicht an Sicherheit, sondern an der Verbesserung ihres Ansehens interessiert ist, ist per definitionem politisch.» Dies sei jedoch seit dem Sturz von Ex-Machthaber Husni Mubarak der Fall.
Dorsey ist Universitätsprofessor in Singapur und betreibt das Blog «The Turbulent World of Middle East Soccer». Nach dem Mittwochabend sei die entscheidende Frage: «War es ein Konflikt, der aus dem Ruder gelaufen ist oder aber bewusst herbeigeführt wurde? Ich habe zunehmend das Gefühl, das zweite ist der Fall», sagte Dorsey. Der regierende Militärrat habe möglicherweise ein Interesse an den Krawallen gehabt.
Ultra-Gruppen der großen Fußballvereine seien am Umsturz des alten Regimes maßgeblich beteiligt gewesen. «Es waren Jugendgruppen und es waren Ultras, die Mubarak gestürzt haben», sagte Dorsey der dapd. Dabei hätten selbst die beiden großen Kairoer Verein Al-Ahly und Zamalek ihre Feindschaft zeitweise vergessen: «Es gibt nur eines, was größer war als der Hass zwischen Al-Ahly und Zamalek: Der Hass auf das Regime.»
Dorsey wollte die 74 Toten vom Mittwoch ins Verhältnis gesetzt wissen. Es sei zweifellos die größte Katastrophe im ägyptischen Fußball und die größte seit dem Sturz Mubaraks gewesen, sagte er. Doch ägyptische Ultras seien auch an der Stürmung der israelischen Botschaft mit drei Toten im September und an Protesten auf dem Tahrir-Platz im November beteiligt gewesen seien, bei denen Dutzende Menschen getötet und Tausende weitere verwundet worden waren. Durch das Wiederaufflammen der Gewalt im Herbst hätten auch die Ultras an Unterstützung in der breiten Bevölkerung verloren, die zunehmend «demonstrationsmüde» sei und zur Normalität zurückkehren wolle.
Die exzellent organisierte Ultra-Bewegung sei das Rückgrat der Protestierenden gewesen. «Sie haben eine wichtige Rolle dabei gespielt, die Barriere der Angst zu durchbrechen», sagte der Experte. «Sie waren die Verteidigungslinie der Bewegung. Sie waren vorbereitet. Sie hatten Zwillen und Teams, die ständig Projektile lieferten.»
Wie es nun weitergehe, sei noch nicht abzusehen. «Die Ultras sind nach Port Said unglaublich wütend. Diese Leute sind furchtlos. Wenn es sie ihr Leben kostet, dann kostet es sie eben ihr Leben. Es macht ihnen nichts aus und die Polizei respektiert sie dafür.» Wenn die Ultras öffentliche Unterstützung bekämen, wonach es derzeit aussehe, sei die Frage, «welchen Preis das Militär zu zahlen bereit» sei. «Das Militär hat bewiesen, dass es weit geht. Und die Ultras haben bewiesen, dass sie sehr viel einstecken können.»
Leider hätten die Ereignisse des vergangenen Jahres gezeigt, dass es ohne Demonstrationen und Blutvergießen in der Region keine Veränderungen geben könne. «Es ist kein schönes Bild, aber nicht notwendigerweise ein pessimistisches», sagte Dorsey.
dapd/T2012020251735/ehr/ddu
dapd nachrichten GmbH

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